Helmut Feldmann

Dienstag, der 31. Mai 2016
norbert egdorf

Details

Studium an der Kunstakademie Minerva, Groningen/NL,
Illustration, Grafik und Malerei

Helmut Feldmann liebt als Grafiker und Maler das Experiment. Er zieht mit dem Radiergummi helle Spuren in Kohlepapier, er lässt auf weichem Karton Farbe so verlaufen, dass sie eine eigenständige Poesie entwickelt. Der Betrachter ahnt etwas vom Abenteuer künstlerischen Arbeitens, das stets auch handwerkliches Kalkül und Variieren von Erfahrungen bedeutet.

Freilich muss er genau hinsehen. Denn der Künstler, versiert im Umgang mit der breiten Palette der druckgrafischen Techniken, setzt auf das kleine Format. Darauf konstruiert er als sein großes Thema Naturansichten – lyrische, räumliche, surreale, abstrakte, konkrete. Da wiegen sich zum Beispiel, japanisch angehaucht, in kleinen Serien zarte Stängel wie lyrische Gespinste in die Höhe, die Farbverdichtungen auf dem Bildgrund sind zu Blüten und sanften landschaftlichen Formen geronnen. Oder es marschieren Baumstämme wie spukhafte Wesen dicht an dicht vor dem Betrachterauge auf.
In einem gänzlich konträren Ansatz durchqueren dynamische Linien die Fläche, kreuzen und bündeln sich und liefern ein Lehrstück, wie Raumillusion entsteht. Viele seiner Werke konstruieren die Anmutung von Wiesen und Felder, Meer und Moor, Licht und Zwielicht.

Wie musikalische Notationen bringen sie Landschaftliches zum Klingen.
Das Helmut Feldmann mit Linie auch gern anekdotisch umgeht, zeigen seine Illustrationen. Er schickt das Personal aus Märchen und phantastischen Erzählungen auf die Bühne. Die kalligraphische Leichtigkeit und Ironie, mit der er das tut, erinnert an den Geist der großen englischen Karikatur.
R-M
www.helmutfeldmann.de

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